Aktuelles

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Hochwasserschutz Bad Tölz, Ellbach und Rehgraben

Rechnerisch ermitteltes Überschwemmungsgebiet am Unterlauf des Ellbachs und des Rehgrabens in Bad Tölz bei HQ100 (Quelle: Ingenieurbüro Kokai GmbH)

Der Ellbach entwässert ein 25 km² großes Einzugsgebiet und fließt im Unterlauf durch den dicht besiedelten östlichen Ortskern der Stadt Bad Tölz.

Etwa 1,3 km vor der Mündung in die Isar teilt sich der Ellbach in den Rehgraben und den Ellbachkanal. Letztgenannter verläuft dann weitgehend unterirdisch als Kraftwerkskanal und speist drei Wasserkraftanlage, wohingegen der Rehbach lediglich im untersten Abschnitt auf ca. 250 m Länge verrohrt ist. Hier zeigt sich bei Hochwasserabflüssen die sehr geringe hydraulische Leistungsfähigkeit dieser Verrohrung, infolge dessen Teile des dichten Siedlungsgebietes von Bad Tölz, orogr. rechts der Isar, stark überschwemmt werden können (s. Bild).

Unser Büro hat bereits im Jahr 2011 ein integrales Hochwasserschutz- und Rückhaltekonzept für die Stadt ausgearbeitet. Darin werden umfangreiche Maßnahmen zur Verbesserung des Hochwasserschutzes bestehend aus Gewässerausbau, Hochwasser- und Feststoffrückhaltung und der Erneuerung von einzelnen Wasserbauwerken empfohlen. Basierend auf diesem Konzept erfolgt nun die Bearbeitung der weiteren Planungen, an denen wir in Kooperation mit dem Büro Arnold Consult AG, München, mitwirken dürfen.

Geschiebesperre am Bareislgraben fertig gestellt

Die von unserem Büro geplante Geschiebe- und Schwemmholzrückhaltesperre am Bareislgraben ist fertig gestellt. Das vier Meter hohe Bauwerk bildet einen wichtigen Baustein im Hochwasserschutzkonzept der Gemeinde Tutzing.

Gewässerstrukturmaßnahmen an der unteren Isar

Die Uniper Kraftwerke GmbH, Standort Landshut, hat unser Büro mit der Planung von Gewässerstrukturmaßnahmen an der unteren Isar im Bereich der Stauhaltung Dingolfing sowie an insgesamt fünf Seitengewässern der Isar zwischen Landshut und Dingolfing beauftragt. Die Maßnahmen zielen auf eine Verbesserung der ökologischen Durchgängigkeit an mehreren Querbauwerken (Wehre, Sohlstufen, Abstürze, Grundschwellen u. ä.) sowie auf die Verbesserung der Gewässermorphologie bzw. der Gewässerstruktur ab.

Das Bild zeigt eines der zahlreichen Querbauwerke, an denen die ökologische Durchgängig hergestellt werden soll.

Ein aufwändiges Wildbachschutzprojekt in Lenggries

Die Gemeinde Lenggries liegt an der Isar südlich von Bad Tölz. Östlich bzw. südöstlich des Siedlungsgebietes entspringen die Gewässer Halsbach, Reiterbach und Weiherbach, welche die Quell- und Seitenbäche des Dorfbachs bilden. Aufgrund der zu geringen hydraulischen Leistungsfähigkeit des innerörtlich verlaufenden Dorfbaches sind umfangreiche Hochwasserschutzmaßnahmen vorgesehen, die im Rahmen eines Konzepts von unserem Büro untersucht wurden. Derzeit wird die Entwurfsplanung für die Vorzugsvariante ausgearbeitet, welche mehrere Geschiebe- und Schwemmholzrückhaltebauwerke, Deiche sowie aufwändige Gewässerüberleitungen und –Ausbaumaßnahmen vorsieht. Unsere Fachleute arbeiten dabei mit einem Team aus Ingenieuren, Statikern, Geotechnikern und Vermessern in einer Planungsgemeinschaft mit zwei weiteren Partnerbüros zusammen.

Hochwasserschutz an der Ammer für Weilheim und Oderding

Das bestehende Wehr an der Ammer bei Oderding soll in drei durchgängige Sohlrampen umgebaut werden

Die Ammer ist ein Gewässer I. Ordnung und fließt von Süden kommend durch die Kreisstadt Weilheim in Oberbayern. Unser Büro bearbeitet aktuell eine Planung zur Verbesserung des Hochwasserschutzes für den südlichen Bereich der Stadt Weilheim sowie für den Ortsteil Oderding der angrenzenden Nachbargemeinde Polling. Die vorgesehenen Maßnahmen beinhalten  die Errichtung von Hochwasserschutzdeichen und –Mauern sowie von Sohlgleiten, außerdem die Umgestaltung einer Bacheinmündung mit einer naturnahen Fischaufstiegsanlage sowie Maßnahmen zur Binnenentwässerung. Neben der Objekt- und Tragwerksplanung erbringt unser Team in diesem Projekt auch naturschutzfachliche Planungen und diverse Beratungsleistungen zu Hydraulik, Vermessung und Geotechnik.

Klimawandel sorgt für weitere Zunahme der Hochwässer

Relative Zunahme der von Hochwasserkatastrophen betroffenen Bevölkerung ohne zusätzliche Anpassungsmaßnahmen

Gemäß einer aktuell veröffentlichen Studie des Potsdam-Instituts für Klimaforschung werden infolge des Klimawandels die kritischen Regenereignisse in vielen Teilen der Welt weiter zunehmen und in Folge dessen auch die Hochwasserrisiken weiter ansteigen. Von dieser Entwicklung sind insbesondere Teile Indiens und Afrikas, die USA sowie Mitteleuropa einschließlich Deutschland betroffen. Die Zahl der Menschen, die von Hochwasserkatastrophen betroffen sein werden, wird sich nach Einschätzung der Forscher zukünftig deutlich erhöhen.

Diese Prognosen basieren auf der Auswertung von Computersimulationen mit weltweit gesammelten Daten zu Veränderungen von Niederschlägen, Verdunstung und Wasserkreisläufen aus dem weltweit größten Projekt zum Vergleich von Modellen zur Klimawirkung (ISIMIP). Die Autoren machen deutlich, dass umfangreiche und deutlich weitreichendere Hochwasserschutzmaßnahmen notwendig werden als bisher angenommen wurde, um die extremen Betroffenheiten und Schäden durch Hochwasser zu begrenzen.

Feststoffrückhaltesperre am Lainbach in Mittenwald

Der Lainbach verläuft im Unterlauf durch den dicht besiedelten Ortskern der Marktgemeinde Mittenwald im Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Derzeit wird der Bachlauf innerorts ausgebaut und der Abflussquerschnitt vergrößert. Unser Büro erbringt dabei die Planungsleistungen der Objektplanung im Auftrag der Gemeinde Mittenwald (s. sep. Beitrag). Parallel dazu laufen aktuell auch Bauarbeiten im Bereich der amtlichen Wildbachstrecke oberhalb des Ortes, in der Zuständigkeit des Freistaates Bayern, zur Errichtung einer Geschiebe- und Schwemmholzrückhaltesperre. Durch dieses Bauwerk wird eine annähernd vollständige Rückhaltung von Feststoffen vor dem neu ausgebauten Gerinne im Ort angestrebt. Das Rückhaltebauwerk wird als kombinierte Geschiebe- und Schwemmholzrückhaltesperre bestehend aus einer 4,0 m hohen Schwergewichtsmauer mit gedrosselter Mittelwasserabgabe und im oberen Bereich integriertem Schwemmholznetz ausgeführt.
Zur Herstellung der Zugänglichkeit zum Bauwerk wird ein bestehender, oberhalb des Baches im Hang verlaufender Fußweg auf 3,50 m Breite und 40 t Verkehrslast ausgebaut und der Steilhang zwischen Bach und Weg mit Gabionen gesichert, welche auf einer überschnittenen Bohrpfahlwand gegründet werden. Eine bestehende Brücke über den Lainbach wird aufgrund des planmäßigen Einstaus durch die Rückhaltesperre zurückgebaut und etwas weiter oberhalb neu errichtet.
Sowohl die Maßnahmenbereiche im Unterlauf wie auch im Bereich der Wildbachstrecke basieren auf einem ausführlichen, integralen Wildbachschutzkonzepts, welches von unserem Büro im Jahr 2014 erstellt wurde.
Die Baukosten für die Feststoffrückhaltesperre inkl. Hangsicherung betragen 870.000 €.

Sanierung der Stauanlage an der Ach in Seeshaupt

Luftaufnahme der Osterseen mit dem Starnberger See im Hintergrund (Foto: Michael Knall)

Die Ostersee-Ach bildet einen ca. 16 km langen Zufluss am Südufer des Starnberger Sees. Etwa 500 m oberhalb der Mündung befindet sich eine Stauanlage mit einer derzeit still gelegten Wasserkraftanlage. Unser Büro wurde vom Betreiber der Stauanlage beauftragt, eine Rentabilitätsabschätzung für die Erneuerung und Wiederinbetriebnahme der Wasserkraftanlage unter Berücksichtigung der aktuellen rechtlichen, ökologischen, ökonomischen und bautechnischen Rahmenbedingungen durchzuführen.

Des Weiteren erarbeiten wir ein Sanierungskonzept der gesamten Stauanlage zur Herstellung einer ausreichenden Anlagensicherheit, inkl. der Dauerhaftigkeit und Gebrauchstauglichkeit sowie der Hochwassersicherheit nach den derzeit gültigen Regeln der Technik (u. a. DIN 19700). Eine besondere Herausforderung stellt dabei die Überwindung des Spannungsfeldes zwischen naturschutzfachlichen Vorgaben und Zielsetzungen und der notwendigen technischen Sanierungsmaßnahmen dar. Im Rahmen dieses Projektes befassen wir uns daher auch mit der Herstellung der ökologischen Durchgängigkeit an der Stauanlage, wodurch zwei wertvolle Lebensräume wieder miteinander vernetzt werden könnten: der Starnberger See und die Osterseen.

Erschließung des Neubaugebietes „Waxensteinstraße“ in Ohlstadt

Zwischen dem Breitenweg und dem Bahnhofweg in Ohlstadt entsteht derzeit das Neubaugebiet „Beiderseits der Waxensteinstraße“ auf einer Fläche von ca. 2,1 ha mit insgesamt 30 Bauparzellen.

Unser Büro plant und überwacht die Baumaßnahmen für die Erschließung des Gebietes mit folgenden Leistungen:

  • Objektplanung der öffentlichen Ver- und Entsorgungsbauwerke, inkl. aller zentralen Anlagen zur Niederschlagswasserbehandlung nach § 43 HOAI in den Leistungsphasen 1 bis 9
  • Objektplanung der Verkehrsanlagen nach § 47 HOAI in den Leistungsphasen 1 bis 9
  • Örtliche Bauüberwachung
  • Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordination gemäß der Baustellenverordnung

Die Erschließungsmaßnahmen werden bis ca. Ende Mai 2018 abgeschlossen.

Bewertung von Bauvorhaben in potentiellen Überschwemmungsgebieten

Gemäß § 78 des Wasserhaushaltsgesetzes gelten für festgesetzte Überschwemmungsgebiete besondere Schutzvorschriften. Demnach sind bauliche Maßnahmen sowie bestimmte Maßnahmen zur Umgestaltung der Geländeoberfläche oder zur Änderung der Landnutzungen untersagt. Somit sind beispielsweise auch private Bauvorhaben zur Errichtung von Wohngebäuden wie auch kommunale Vorhaben der Bauleitplanung zur Ausweisung von neuen Wohn- oder Gewerbegebieten nach diesem Gesetz innerhalb von potentiellen Überschwemmungsgebieten zunächst einmal grundsätzlich verboten. Es sind jedoch Ausnahmen von diesem Verbot möglich. Im Falle der Errichtung oder Erweiterung von baulichen Anlagen (z. B. Wohngebäude mit vorhandenem Baurecht) kann die Wasserrechtsbehörde die Zustimmung im Einzelfall erteilen, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind.

Zu diesen Voraussetzungen zählen gemäß § 78, Abs. 5 WHG , dass 

  • die Hochwasserrückhaltung nicht oder nur unwesentlich beeinträchtigt und der Verlust von verloren gehendem Rückhalteraum umfang-, funktions- und zeitgleich ausgeglichen wird,
  • der Wasserstand und der Abfluss bei Hochwasser durch das Vorhaben nicht nachteilig verändert werden,
  • der bestehende Hochwasserschutz nicht beeinträchtigt und
  • die bauliche Anlage hochwasserangepasst ausgeführt wird.

Inwieweit diese Voraussetzungen tatsächlich erfüllt werden, kann nur durch eine mehrdimensionale hydrotechnische Berechnung zweifelsfrei beurteilt werden. Die gutachterliche Bewertung von Bauvorhaben innerhalb von potentiellen Überschwemmungsgebieten gehört seit vielen Jahren zum Leistungsspektrum unseres Ingenieurbüros. Wir informieren und beraten Bauwerber bezüglich der Zulässigkeit ihres Bauvorhabens aus wasserrechtlicher Sicht, wir zeigen die wasserwirtschaftlichen Auswirkungen des Bauvorhabens durch moderne zweidimensionale hydraulische Berechnungen auf und geben Hinweise und Empfehlungen zur Verringerung von eventuell nachteiligen Auswirkungen sowie zum Ausgleich von Retentionsraumverlusten. Unsere Auftraggeber sind sowohl private wie auch öffentliche und gewerbliche Bauherren im gesamten Bundesgebiet.

Geschiebesperre am Bareislgraben in Tutzing

Der Bareislgraben fließt durch die Gemeinde Tutzing am Starnberger See und ist ein Gewässer III. Ordnung mit ausgeprägtem Wildbachcharakter. Er verläuft im Mittellauf in einem tief eingeschnittenen geologisch labilen Einzugsgebiet aus mergeligen Sedimenten der Würmeiszeit. Ergiebige Geschiebeherde und sehr viel Schwemmholz bilden erhebliche potentielle Gefahrenquellen. Durch eine detaillierte Grundlagenermittlung unter Berücksichtigung der geologisch-morphologischen Prozesse sowie hydrologische und 2d-hydraulische Berechnungen wurden die Gefahren- und Schadenspotentiale analysiert und Maßnahmen zur Verbesserung des Hochwasserschutzes entworfen. Aktuell wird der Neubau einer Geschiebe- und Schwemmholzrückhaltesperre von unserem Büro geplant. Der Sperrenkörper wird als eine 4,0 m hohe Balkensperre aus Stahlbeton ausgeführt. Die Maßnahme wird derzeit ausgeschrieben und im Frühjahr 2018 baulich umgesetzt.

Erschließung des Gewerbegebietes „Mühlmoos“ in Ohlstadt

Am westlichen Rand der Gemeinde Ohlstadt entsteht derzeit das neue Gewerbegebiet „Mühlmoos“. Auf einer Fläche von ca. 2,5 ha sind 13 Parzellen zur gewerblichen Nutzung vorgesehen. Unser Büro plant und überwacht die Baumaßnahmen für die Erschließung des Gebietes. Die Arbeiten werden voraussichtlich Mitte Oktober 2017 fertiggestellt.

Gewässerrenaturierung im zentralen Murnauer Moos

Im zentralen Murnauer Moos sind zahlreiche fließende und stehende Gewässer sowie landwirtschaftliche Entwässerungsgräben vorhanden. Durch Eingriffe des Menschen wurden in der Vergangenheit viele natürliche Fließgewässer in ihren hydromorphologischen Eigenschaften verändert. Diese Veränderungen wirken sich zum Teil nachteilig auf die empfindlichen Moorökosysteme aus und belasten damit ein wertvolles Naturschutzgebiet mit ihren artenreichen Biotopen.

Landschaft im Murnauer Moos

Durch eine wasserwirtschaftliche Machbarkeitsstudie soll untersucht werden, inwieweit diese anthropogenen Veränderungen im zentralen Murnauer Moos zum Teil wieder rückgängig gemacht (renaturiert) werden können. Konkret geht es um die neue Ramsach welche im 19. Jahrhundert im Zuge der zunehmenden landwirtschaftlichen und wasserbaulichen Erschließung angelegt wurde. Der Bachlauf zeigt eine gestreckte Linienführung und hat sich bereits in den Untergrund eingetieft. Aus ökologischer Sicht ist besonders der Ramsach-Durchbruch in das tiefer gelegene Gebiet im Westen negativ zu sehen. Dadurch fließt die Neue Ramsach fast vollständig in Richtung der ökologisch wertvollen Schilfseen ab. Ziel ist es daher, die ursprünglichen Abflussverhältnisse wiederherzustellen und die Neue Ramsach soweit wie möglich zu renaturieren.
Unser Ingenieurbüro unterstützt die untere Naturschutzbehörde am Landratsamt Garmisch-Partenkirchen bei diesem Vorhaben mit wasserwirtschaftlichen Planungs- und Beratungsleitungen.

Hochwasserschutzplanungen für Polling

Die Gemeinde Polling wurde im Sommer 2016 von einem starken Hochwasser heimgesucht und erlitt große Sachschäden. Unmittelbar nach dem Ereignis leitete die Gemeindeveraltung verschiedene Sofortmaßnahmen ein, darunter auch die Vergabe von Planungsleistungen für ein integrales Hochwasserschutz- und Rückhaltekonzept am Tiefenbach. Unser Büro hat den Zuschlag für diese Ingenieurleistungen erhalten und arbeitet mit Hochdruck an der Ermittlung der notwendigen Grundlagen und der Untersuchung von verschiedenen Varianten für den Hochwasserschutz.
Die bisherigen Arbeiten umfassen 

  • die hydrologische Ermittlung der Hochwasserabflüsse mit Hilfe eines Niederschlag-Abfluss-Modells, 
  • die Berechnung der potentiellen Überschwemmungsgebiete für verschiedene Hochwasserszenarien am Tiefenbach und am Rettenbach, 
  • die rechnische Ermittlung der hydraulischen Leistungsfähigkeiten und der kritischen Engstellen am Tiefenbach,
  • die Untersuchung des Zustands und der hydraulischen Leistungsfähigkeit des Russengrabens,
  • die Analyse der Topografie des Einzugsgebietes hinsichtlich möglicher zentraler und dezentraler Hochwasserrückhaltemaßnahmen und die
    hydrologische Analyse der Rückhaltewirkungen,
  • Variantenprüfung von verschiedenen Hochwasserschutzmaßnahmen und Maßnahmenkombinationen,
  • Ausarbeitung von Empfehlungen für zusätzliche Sofortmaßnahmen zur Verbesserung des Hochwasserschutzes und für weitergehende
    Hochwasserschutz- und vorsorgemaßnahmen,
  • die Vergabe von geotechnischen Baugrunderkundungen
  • sowie die Erstellung eines umfassenden Gewässerentwicklungskonzeptes für alle Gewässer III. Ordnung in der Gemeinde Polling.
Rechnerisch ermitteltes Überschwemmungsgebiet am Tiefenbach bei einem Extremhochwasser

Die vorläufigen Ergebnisse zeigen eine sehr gute Übereinstimmung der rechnerisch ermittelten Überschwemmungsgebiete am Tiefenbach und am Rettenbach mit den beobachteten Überschwemmungsflächen im Juni 2016. Die hydrologischen und hydraulischen Grundlagendaten konnten als plausibel und relativ zuverlässig verifiziert werden. Für die Verbesserung des Hochwasserschutzes werden jeweils ein Hochwasserrückhaltebecken am Tiefenbach und am Rettenbach erforderlich werden, zusätzlich sind kleinere dezentrale Hochwasserschutzmaßnahmen in der aktuellen Vorplanung vorgesehen. Die weitere Konkretisierung und Ausplanung der Maßnahmen wird zeitnah in Abstimmung mit der Gemeindeverwaltung und den Fachbehörden erfolgen.

Ausbau des Lainbachs in Mittenwald

Ausbau des Lainbachs im 1. Bauabschnitt

Der Lainbach ist ein Gewässer III. Ordnung mit einem wildbachartigen Einzugsgebiet. Er fließt im Unterlauf durch den dicht bebauten westlichen Siedlungsbereich von Mittenwald. Das alte Betongerinne weist zahlreiche Schäden und Mängel auf, zudem ist die hydraulische Leistungsfähigkeit teilweise deutlich zu gering. Im Rahmen eines integralen Wildbachschutzkonzepts wurde das Einzugsgebiet durch unser Büro umfassend untersucht. Dazu wurden Vermessungsarbeiten, hydrologische und hydraulische Berechnungen durchgeführt, die Geschiebe- und Schwemmholzpotentiale abgeschätzt sowie eine detaillierte Zustandsbewertung aller Wildbachbauwerke im Einzugsgebiet sowie des Betongerinnes im Siedlungsgebiet vorgenommen. Im Hinblick auf die Verbesserung des Hochwasserschutzes wurden verschiedene Lösungsmöglichkeiten aus Hochwasserrückhaltung und Gerinneausbau analysiert und bewertet.
Die gewählte Lösung beinhaltet einen vollständigen Ausbau des Lainbachgerinnes im Siedlungsgebiet von Mittenwald unter Berücksichtigung der hydraulischen Erfordernisse (hundertjährliches Hochwasser zzgl. 15% Klimaänderungszuschlag und Freibord). Zudem ist ein neues Bauwerk am Siedlungsrand für die Zurückhaltung von Geschiebe- und Schwemmholz vorgesehen.
Besondere Hausforderungen bei diesem Vorhaben ergeben sich infolge der teilweise sehr beengten Platzverhältnisse mit dicht angrenzenden
Wohnhäusern und der aufwändigen Erschließung der Baustellen.
Unser Ingenierbüro wurde mit den Planungsleistungen Objektplanung Ingenieurbauwerke sowie Verkehrsanlagen in den Leistungsphasen 1 bis 8 nach §43 und §47 HOAI beauftragt. Der 1. Bauabschnitt wurde im März 2017 abgeschlossen. Die Baukosten für diesen Abschnitt betragen 2,15 Mio.
. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 8,0 Mio. .

Ermittlung von Wildbachgefährdungsbereichen in Bayern

In Bayern sollen in den nächsten Jahren die Wildbach-gefährdungsbereiche ermittelt und amtlich festgesetzt werden. Das Bayerische Landesamt für Umwelt erarbeitet dazu ein Fachkonzept, in welchem eine einheitliche Vorgehensweise und einheitliche Qualitätsstandards definiert werden. Besondere Bedeutung haben dabei die Erhebung und die Analyse der Grundlagen an Wildbächen, wie Hydrologie, Hydraulik, Geschiebe- und Schwemmholzpotenziale. Unser Büro wurde beauftragt, das Bayerische Landesamt für Umwelt bei diesem Projekt beratend und als externer Qualitätssicherer über einen Zeitraum von ca. 5 Jahren zu unterstützen. Dabei werden durch unser Büro u. a. hydrologische und hydraulische Verfahren sowie Programme zu Geschiebetransportsimulationen an bayerischen Wildbacheinzugsgebieten erprobt und evaluiert (u. a. SEDEX, ZEMOKOST, TomSed, Basement). Zur Abschätzung der Geschiebefrachten in Wildbächen haben wir ein umfangreiches EXCEL-Tool entwickelt. Es enthält verschiedene Methoden und Arbeitshilfen zur Ermittlung von Geschiebepotentialen (ähnlich SEDEX), Berechnungsparametern (Linienzahlanlysen mit Auswertung) sowie Geschiebe-transportberechnungen auf Grundlage neuester Forschungsergebnisse. Des Weiteren wirken wir an der Erstellung von Muster-Leistungsbeschreibungen und Leistungsverzeichnissen für die Ausschreibung von Grundlagenermittlungen an Wildbächen mit.

bauformeln.de geht online

Nach zweijähriger Entwicklung unserer Online-Formelsammlung hat das Webportal www.bauformeln.de seinen Dienst nun offiziell begonnen. Die Webanwendung bietet eine umfangreiche Sammlung an Formelrechnern und Informationen für bautechnische Berechnungen und Bemessungen mit dem Schwerpunkt in Wasserbau und Wasserwirtschaft. Auf über 160 Inhaltsseiten stehen inzwischen mehr als 400 Formeln zur Verfügung und werden durch professionelle SVG-Grafiken sowie zusätzliche Informationen und Referenzen ergänzt. Weitere Themenbereiche sind bereits in Arbeit und werden laufend erweitert. Obwohl die Grundidee für diese Anwendungen in unserem Ingenieurbüro entstanden ist, erfolgen die Entwicklung und der Betrieb des Portals aus unternehmensrechtlichen Gründen über eine neu gegründete Firma, die Bauformel Verlag GmbH. 

Wir wünschen dem Bauformel Verlag viel Erfolg und viele zufriedene Kunden.